Iran-Konflikt: Wie steigende Rohstoffpreise Baumaterialien verteuern
Der Iran-Krieg hat die Preise für Baumaterialien in Deutschland stark ansteigen lassen: Bitumen verteuerte sich laut Statistischem Bundesamt im Mai 2026 um 31,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Flachglas um mehr als 15 Prozent.
Iran-Krieg treibt Preise für Baumaterialien in Deutschland
Der Konflikt am Persischen Golf schlägt sich spürbar in den deutschen Baukosten nieder. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für Bitumen im Mai 2026 um 31,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Flachglas verteuerte sich um mehr als 15 Prozent. Auch Holz und Metalle kosten deutlich mehr als noch vor einem Jahr.
Die Statistiker erklären den Anstieg damit, dass viele der betroffenen Materialien entweder auf Erdölbasis hergestellt werden oder deren Produktion besonders energieintensiv ist. Seit dem Beginn des Krieges gegen den Iran durch die USA und Israel Ende Februar 2026 sind die Preise für Erdöl und Erdgas deutlich gestiegen. Bereits der russische Angriff auf die Ukraine hatte zuvor einen ersten Preisschub bei Baumaterialien ausgelöst.
Was bedeutet das konkret für Verbraucher?
1. Sanierungen und Neubauten werden teurer Wer aktuell eine Sanierung oder einen Neubau plant, muss mit höheren Materialkosten rechnen. Besonders Dämmarbeiten und Dachsanierungen sind betroffen, da Bitumen zur Abdichtung von Dächern und Fundamenten eingesetzt wird. Lassen Sie Angebote zeitnah einholen und Preisbindungen schriftlich festhalten.
2. Weniger Wohnungsneubau zu erwarten Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass hohe Baukosten neben anderen Faktoren bereits dazu beigetragen haben, dass zuletzt weniger Wohnungen gebaut wurden. Wer auf Mietwohnungssuche ist, sollte diesen Trend einkalkulieren.
3. Bauzinsen unter Druck Steigende Energiepreise treiben laut Fehmarn24 die Inflation und damit potenziell auch die Bauzinsen nach oben. Das kann die Finanzierungskosten für Immobilienprojekte zusätzlich erhöhen. Eine frühzeitige Zinsbindung kann in diesem Umfeld sinnvoll sein, sollte aber sorgfältig mit einem unabhängigen Finanzberater abgewogen werden.
4. Fenstererneuerung und Glasarbeiten Die Verteuerung von Flachglas um mehr als 15 Prozent betrifft direkt Fensteraustausch und Neuverglasung. Wer solche Maßnahmen ohnehin geplant hat, sollte Vergleichsangebote einholen und Lieferzeiten fest vereinbaren, bevor Preise weiter steigen.
Einordnung: Die genannten Preissteigerungen beziehen sich auf den Vergleich Mai 2026 zu Mai 2025 laut Statistischem Bundesamt. Wie lange und in welchem Ausmaß sich der Konflikt auf die Preise auswirkt, lässt sich derzeit nicht verlässlich vorhersagen.