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Energie & Netze · 2 Min Lesezeit

Wärmeplanung: Großstädte planen Stilllegung von Gasnetzen

Rund 20 Prozent der deutschen Kommunen planen, ihre Erdgasnetze bis 2045 stillzulegen. Großstädte wie München, Hannover und Augsburg haben ihre kommunalen Wärmepläne bereits fristgerecht zum 30. Juni 2026 eingereicht (Quelle: preisvergleich.de, t-online.de).

Wärmeplanung: Deutsche Großstädte planen Stilllegung von Gasnetzen

Zum 30. Juni 2026 endete die gesetzliche Frist für kommunale Wärmepläne in deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die Mehrheit der betroffenen Städte hat die Frist eingehalten, viele waren laut t-online bereits Monate zuvor fertig. Kleinere Gemeinden haben bis 2028 Zeit. Die veröffentlichten Pläne zeigen einen klaren Trend: Ein erheblicher Teil der Kommunen plant, das klassische Erdgasnetz bis spätestens 2045 schrittweise stillzulegen.

Laut Preisvergleich.de planen rund 20 Prozent der deutschen Kommunen die Stilllegung ihrer Erdgasnetze bis 2045. Städte wie Mannheim, Augsburg, Würzburg, Hannover, München und Regensburg sind dabei bereits auf Kurs. Berlin will bis 2045 auf klimaneutrale Wärme umgestellt haben, was ebenfalls einen schrittweisen Rückbau des Gasnetzes erfordert.

Was steckt hinter der kommunalen Wärmeplanung?

Das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung verpflichtet Städte und Gemeinden, ihren Bürgerinnen und Bürgern aufzuzeigen, wie die lokale Wärmeversorgung bis 2045 klimaneutral gestaltet werden soll. Als Alternative zu Erdgas stehen vor allem der Ausbau von Fernwärme, der Einsatz von Wärmepumpen sowie biogene Energieträger im Fokus. Die Wärmepläne aller Kommunen werden vom Kompetenzzentrum Wärmewende Halle zentral auf einer Webseite gesammelt.

Nicht jede Stadt geht dabei denselben Weg: Laut t-online zeigen die veröffentlichten Pläne, dass in einigen Städten Teile des Gasnetzes erhalten bleiben sollen, etwa für industrielle Nutzung oder den Übergang zu Wasserstoff. Die kommunale Wärmeplanung gibt also Aufschluss darüber, wo Gas noch eine mittelfristige Zukunft hat und wo nicht.

Praktische Implikationen für Verbraucher

1. Frühzeitig den lokalen Wärmeplan prüfen Haushalte sollten den Wärmeplan ihrer Gemeinde einsehen, um zu verstehen, ob ihr Stadtviertel mittelfristig an ein Fernwärmenetz angeschlossen wird oder ob Alternativen wie Wärmepumpen naheliegen. Die Pläne sind öffentlich zugänglich.

2. Keine unmittelbaren Abschaltungen Laut Preisvergleich.de erfolgt der Rückbau der Gasnetze schrittweise und geplant. Verbraucher müssen kurzfristig nicht mit einem Versorgungsausfall rechnen. Der Zeithorizont bis 2045 lässt Planungsspielraum.

3. Investitionsentscheidungen beim Heizsystem überdenken Wer ohnehin eine neue Heizung benötigt, sollte die lokale Wärmeplanung in die Entscheidung einbeziehen. Eine neue Gasheizung in einem Gebiet mit geplanter Netzstilllegung könnte vor Ende ihrer technischen Lebensdauer obsolet werden. Aktuell verfügbare Förderungen für den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme sollten dabei berücksichtigt werden.

4. Steigende Netzkosten als Signal Preisvergleich.de weist darauf hin, dass sinkender Gasverbrauch und steigende Netzkosten den Weiterbetrieb vieler Gasnetze wirtschaftlich unattraktiver machen. Selbst in Gebieten ohne explizite Stilllegungspläne könnten die Gaspreise durch geringere Auslastung der Netze steigen.

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Quellen