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Mobility & Bauwesen · 2 Min Lesezeit

Wohnungsbaukrise: Aktionsplan zur Senkung von Baukosten

Bundesbauministerin Verena Hubertz hat am 19. Juni 2026 auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt einen 13-Punkte-Aktionsplan zur Senkung der Baukosten vorgestellt. Der Plan umfasst u. a. schnellere Genehmigungsverfahren, digitales Bauen und den Gebäudetyp E (Quelle: Bundesbauministerium, baulinks.de).

Wohnungsbaukrise: Bundesregierung legt 13-Punkte-Plan zur Senkung der Baukosten vor

Am 19. Juni 2026 präsentierten Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt am Main den „Aktionsplan zur Senkung der Baukosten". Der Plan umfasst 13 Maßnahmen und soll privates sowie institutionelles Kapital in den Neubau lenken. Die Konferenz fand im Rahmen des sogenannten X8-BauDialogs statt, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Finanzbranche und Politik teilnahmen.

Hintergrund: Eine angespannte Ausgangslage

Das Bundesbauministerium beschreibt die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiterhin als angespannt. Steigende Baukosten und rückläufige Fertigstellungszahlen prägen das Bild, besonders in Ballungsräumen. Bundesministerin Hubertz formulierte es auf der Konferenz direkt: „Wenn wir im Wohnungsbau wirklich durchstarten wollen, müssen wir uns vom Ballast der zu hohen Baukosten befreien."

Was der Aktionsplan vorsieht

Die 13 Maßnahmen des Aktionsplans decken mehrere Handlungsfelder ab:

  • Schnellere Genehmigungsverfahren: Bauleitplanverfahren sollen künftig auf maximal zwei Jahre begrenzt werden.
  • Digitalisierung des Bauens: Der digitale Bauantrag wird weiter ausgebaut, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Prozesses von der Antragstellung bis zur Genehmigung.
  • Gebäudetyp E: Ein vereinfachter Gebäudestandard soll kosteneffizienteres Bauen ermöglichen.
  • Förderung und Steuern: Ein zentrales Förderprogramm für den Neubau sowie verbesserte steuerliche Anreize sind Teil des Pakets.

Praktische Implikationen für Verbraucher

1. Kürzere Wartezeiten beim Neubau Baugenehmigungen dauern in Deutschland heute oft mehrere Jahre. Die geplante Begrenzung von Bauleitplanverfahren auf zwei Jahre könnte Projekte früher in die Umsetzungsphase bringen. Ob und wie schnell das in der Praxis wirkt, hängt von der Umsetzung auf Länder- und Kommunalebene ab.

2. Mögliche Kostensenkungen beim Bauen und Kaufen Vereinfachte Standards wie der Gebäudetyp E sowie effizientere Verfahren zielen darauf ab, Baukosten zu senken. Niedrigere Baukosten können sich mittelfristig auf Kauf- und Mietpreise auswirken, einen direkten und zeitnahen Effekt stellt das Ministerium damit jedoch nicht in Aussicht.

3. Veränderungen bei Förderangeboten Ein zentrales Förderprogramm für den Neubau ist geplant. Wer einen Neubau finanziert oder plant, sollte die Entwicklung der KfW-Programme und Bundesförderungen im Blick behalten, da sich Konditionen und Zugangsbedingungen ändern könnten.

4. Digitale Bauanträge als praktische Erleichterung Bauherrinnen und Bauherren sowie Architekturbüros könnten von einem vollständig digitalisierten Antragsprozess profitieren, sofern die technische Umsetzung in den Bundesländern gelingt. Derzeit ist der digitale Bauantrag noch nicht flächendeckend verfügbar.

Einordnung

Der Aktionsplan bündelt Maßnahmen, die in der Fachöffentlichkeit seit Längerem als sinnvoll diskutiert werden. Ob die Ziele erreicht werden, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Länder und Kommunen die Vorgaben aufgreifen und umsetzen. Konkrete Fertigstellungszahlen oder Kostenziele nennt das Ministerium im bisher veröffentlichten Rahmen nicht.


Quellen